Aufwärmen im Schritt
Ziel: Sehnen und Muskulatur vorbereiten
Zehn bis fünfzehn Minuten Schritt am durchhängenden Strick, beide Hände gleich lang. Erst danach beginnt die eigentliche Arbeit. Ohne Aufwärmen steigt das Verletzungsrisiko deutlich.
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Longieren
Sieben Bausteine einer guten Einheit, klare Empfehlungen zu Dauer und Zirkelgröße — und die häufigsten Fehler.
Beim Longieren bewegt sich das Pferd an einer langen Leine — der Longe — auf einer Kreisbahn um den Menschen. Ziel ist gymnastizierende Arbeit, Konditionsaufbau und das Schulen von Reaktionsbereitschaft auf feine Hilfen.
Im Unterschied zur Bodenarbeit, die meist aus der Nähe und über viele kurze Übungen funktioniert, läuft das Pferd an der Longe längere Phasen am Stück. Das macht eine korrekte Ausführung umso wichtiger: Zirkelgröße, Dauer und Ausrüstung haben direkten Einfluss auf Sehnen, Gelenke und Rücken.
Maßgeblich sind die Richtlinien der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN, Band 6) und tierärztliche Empfehlungen. Sie geben den Rahmen — innerhalb dessen lässt sich die Arbeit auf jedes Pferd individuell zuschneiden.
Baue eine Stunde aus diesen Elementen — und übe jede Phase an beiden Händen gleich oft.
Ziel: Sehnen und Muskulatur vorbereiten
Zehn bis fünfzehn Minuten Schritt am durchhängenden Strick, beide Hände gleich lang. Erst danach beginnt die eigentliche Arbeit. Ohne Aufwärmen steigt das Verletzungsrisiko deutlich.
Ziel: Beidseitigkeit, Körperschiefe ausgleichen
Bringe das Pferd zum Halten, gehe zu ihm, übernimm die Longe in die andere Hand, dann wieder hinaus. Jede Übung an beiden Händen gleich oft. Einseitiges Longieren verfestigt die natürliche Schiefe.
Ziel: Aufmerksamkeit, Hinterhand-Aktivität
Wechsle alle zehn bis zwanzig Sekunden die Gangart. Klare Stimm- oder Körperhilfe, kurzer Impuls, dann Druck weg. Übergänge sind die wirksamste Gymnastik an der Longe — nicht Dauertrab.
Ziel: Feinabstimmung, kein Zentrifugieren
Innerhalb einer Gangart Tempo aufnehmen und wieder verkürzen. Stimme tief und ruhig für langsam, kurzer Treibimpuls für mehr Fluss. Das Pferd soll dir zuhören, nicht nur Runden drehen.
Ziel: Biegung, Lastaufnahme der Hinterhand
Lasse den Zirkel langsam größer werden, indem du selbst zurückweichst — und verkleinere ihn, indem du dich behutsam näherst. Nie unter fünfzehn Meter Durchmesser. Wechsle langsam, ohne zu ziehen.
Ziel: Kondition, Reaktionsbereitschaft
Galopp nur in kurzen, kontrollierten Abschnitten von drei bis fünf Runden, dann zurück in den Trab. Kein Dauergalopp auf dem Zirkel — die einseitige Belastung ist erheblich.
Ziel: Regeneration, ruhiger Abschluss
Fünf bis zehn Minuten Schritt am durchhängenden Strick. Atmung beruhigt sich, Herzfrequenz sinkt. Erst dann führen, nicht direkt zurück in die Box.
Eine Orientierung an FN-Richtlinien und tierärztlichen Empfehlungen. Konkrete Tagesform und Trainingsstand können Anpassungen nach unten erforderlich machen.
10–15 Minuten · Großer Zirkel (≥18 m) · Vor allem Schritt, kurze Trabphasen · Maximal 2× pro Woche
bis 25 Minuten · Schritt, Trab, erste Übergänge · 2–3× pro Woche
30–35 Minuten Arbeitszeit · Alle Gangarten, gymnastizierende Arbeit · 2–4× pro Woche, nie täglich
Zirkelgröße: mindestens 15 Meter Durchmesser, empfohlen 18 bis 20 Meter. Auf kleineren Kreisen entsteht messbar asymmetrische Belastung von Knorpel und Sehnen.
Reitspur verteilt Longier-Einheiten passend zu Reitstunden, Spaziergängen und Ruhetagen über die Woche.
In geteilten Anlagen gilt die Hufschlagordnung auch beim Longieren. Wer sich an die Grundregeln hält, vermeidet die häufigsten Konflikte mit Reitern.
Quelle: FN-Richtlinien Band 6 (Longieren) und die in den meisten Vereinen ausgehängte Hallenordnung.
Drei Funktionen greifen ineinander. Du entscheidest, was du nutzt — die App bleibt unaufdringlich.
Verteilt Longier-Einheiten über die Woche, berücksichtigt Reitstunden, Spaziergänge und Ruhetage. Kein tägliches Longieren.
Beantwortet konkrete Fragen — etwa zur richtigen Zirkelgröße, zum Einsatz von Hilfszügeln oder zum Aufbau bei einem jungen Pferd.
Hält fest, was geübt wurde und wie es lief. Daraus entstehen Verlaufsgrafiken und Anpassungen am Plan.
Bei erwachsenen, trainierten Pferden zwischen 30 und 35 Minuten reine Arbeitszeit, davon ein großer Anteil Schritt. Jungpferde ab drei Jahren starten mit 10 bis 15 Minuten, mit vier Jahren bis 25 Minuten. Länger ist nicht besser.
Mindestens 15 Meter Durchmesser, empfohlen sind 18 bis 20 Meter. Kleinere Zirkel führen zu asymmetrischer Belastung von Knorpel und Sehnen — eine Studie aus den USA (Logan et al., 2022) hat das messbar gezeigt.
Frühestens ab dem dritten Geburtstag. Davor sind die Wachstumsfugen an Karpal-, Sprunggelenk und Wirbelsäule noch offen. Zirkelbelastung in dieser Zeit kann zu späteren Lahmheiten führen.
Bei Jungpferden 2-mal pro Woche, bei erwachsenen, gut trainierten Pferden 2 bis 4-mal. Tägliches Longieren ist kontraproduktiv — Sehnen brauchen 24 bis 48 Stunden Regeneration.
Kappzaum (anatomisch gepolstert), Longe mit 8,5 bis 9,5 Metern, Longiergurt, Longierpeitsche als verlängerte Hand und Gamaschen vorne. Bei jungen Pferden ist der Kappzaum dem Gebiss vorzuziehen.
Wenn überhaupt Hilfszügel, dann Dreieckszügel: Sie geben nach und fördern Vorwärts-Abwärts. Starre Ausbinder sind umstritten und beim Jungpferd nicht vorgesehen. Im Zweifel ohne arbeiten — die Haltung wird erarbeitet, nicht erzwungen.
Beim Longieren läuft das Pferd auf einer Kreisbahn um den Menschen, primär zur körperlichen Arbeit und Gymnastik. Bodenarbeit findet aus der Nähe statt und schult die Kommunikation in vielen Übungen — Führen, Weichen, Stehen, Rückwärtsrichten.
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