Gelassenheitstraining ist die systematische Gewöhnung des Pferdes an neuartige Reize — Schirme, Folien, Geräusche, ungewohnte Berührungen. Ziel ist nicht Abstumpfung, sondern Vertrauen: Das Pferd lernt, dass diese Reize keine Gefahr bedeuten.
Methodisch heißt das Habituation: kontrollierte, wiederholte Exposition mit fallendem Schwellenwert. Christensen & Rundgren (Equine Veterinary Journal, 2006) zeigten, dass schon fünf strukturierte Einheiten die Herzfrequenz im Reizkontakt signifikant senken.
Wichtig ist die Abgrenzung zum sogenannten Flooding — der Überreizung, bis das Pferd „ergibt". Das ist keine Gelassenheit, sondern erlernte Hilflosigkeit (Henshall et al., 2022) und erhöht langfristig die Stressanfälligkeit. Die FN-Gelassenheits prüfung (GHP) liefert einen praxisnahen Standard für die Trainingsstruktur.