Korrektes Führen
Ziel: Grundlage jeder Handarbeit
An der Schulter des Pferdes gehen, nicht davor. Eigenes Tempo geben, klare Übergänge zwischen Schritt, Halt und Antreten. Wenn das Pferd hier nicht hört, ist alles weitere Wunschdenken.
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Handarbeit
Sechs Übungen, eine ehrliche Anleitung und die Fehler, die fast jeder am Anfang macht. Handarbeit ist die feine Schwester der Bodenarbeit — und der schnellste Weg, ein Pferd zu gymnastizieren.
Handarbeit ist gymnastizierende Arbeit vom Boden aus, bei der der Mensch direkt an der Schulter des Pferdes mitgeht. Schulterherein, Travers, Übergänge — alle klassischen Dressurlektionen lassen sich an der Hand vorbereiten, bevor sie unter dem Sattel funktionieren.
Der Vorteil: ohne das eigene Gewicht auf dem Rücken kann das Pferd seine Balance neu sortieren. Du siehst, wo es sich verwirft, wo es eilt, wo es lehnt — und kannst feiner korrigieren als von oben.
Handarbeit ist deshalb keine Schönwetter-Beschäftigung, sondern eine der wirkungsvollsten Methoden, ein Pferd aufzubauen — von der Korrektur eines schiefen Pferdes bis zur Vorbereitung der Hohen Schule.
Vom korrekten Führen bis zum Travers. In dieser Reihenfolge — jede Übung baut auf der vorigen auf.
Ziel: Grundlage jeder Handarbeit
An der Schulter des Pferdes gehen, nicht davor. Eigenes Tempo geben, klare Übergänge zwischen Schritt, Halt und Antreten. Wenn das Pferd hier nicht hört, ist alles weitere Wunschdenken.
Ziel: Quergänge, Seitwärtsbalance
Hinterhand auf die Außenspur weichen lassen, während die Vorhand auf der inneren Linie bleibt. Schult Reaktion auf seitliche Hilfen — die Grundlage für alle späteren Seitengänge.
Ziel: Geraderichtung, innere Hinterhand aktivieren
Das Pferd geht auf drei Hufschlägen — Vorhand auf einer inneren Spur, Hinterhand auf der äußeren. Klassische Lektion zur Versammlung, vom Boden aus präzise vorzubereiten, bevor sie unter dem Sattel funktioniert.
Ziel: Stellung und Biegung trennen
Bei Travers ist die Hinterhand zur Bahnmitte gewendet, der Kopf in Bewegungsrichtung. Anspruchsvoll — verlangt, dass das Pferd auf feinste Stimmhilfen reagiert.
Ziel: Aufmerksamkeit, Tragkraft
Schritt — Halt — Schritt — Trab — Schritt — Halt. Klingt banal, ist die wichtigste Übung überhaupt: jeder saubere Übergang stärkt die Hinterhand und schult das Mithören.
Ziel: Bauchmuskulatur, Konzentration
Drei bis fünf gerade Tritte rückwärts, ohne Widerstand und ohne Schiefe. Eine der besten Gymnastizier-Übungen — und der schnellste Indikator dafür, ob das Pferd wirklich locker ist.
Vier Schritte, die jede Handarbeitseinheit tragen. Reihenfolge zählt — wer Schritt zwei überspringt, korrigiert in Schritt drei das falsche Pferd.
Trense oder Kappzaum, leichter Strick oder Zügel, langer Gerte als verlängerter Arm. Stell dich auf Höhe der Schulter, nicht vor dem Kopf — von dort siehst du Hinterhand und Vorhand gleichzeitig.
Erst einige Runden ganze Bahn, beide Hände wechseln. Beobachte: läuft das Pferd gleichmäßig? Drängt es nach innen oder außen? Fängt deine Arbeit hier an — alles weitere baut darauf auf.
Nicht der Lehrplan, sondern die Qualität entscheidet. Lieber 15 Minuten sauberes Schenkelweichen als ein Halbstunden-Programm aus zehn halben Übungen. Fertig wirst du nie, also musst du auch nicht heute.
Schluss machen, wenn etwas gelungen ist — auch wenn es nur ein einziger guter Tritt war. Pferde lernen aus dem letzten Eindruck. Drei Schritte Versammlung gut, dann Halt, langer Hals, ruhiges Lob.
Handarbeit lebt von Konsequenz und Pferdekenntnis. Reitspur hilft bei beidem.
Temperament, Rang, Energietyp — der Steckbrief zeigt, wo dein Pferd Geduld braucht und wo es klare Ansagen erwartet. Handarbeit beginnt mit Kenntnis.
„Mein Pferd lehnt sich beim Schulterherein nach innen — was tun?“ Der Coach kennt dich und dein Pferd und antwortet konkret, nicht in Allgemeinplätzen.
Notiere nach jeder Einheit, was lief und was nicht. Nach drei Wochen siehst du Muster — und merkst, wann eine Übung wirklich sitzt.
Handarbeit bezeichnet gymnastizierende Lektionen, die vom Boden aus geritten — präziser: ausgeführt — werden. Im Unterschied zur Bodenarbeit, die Verbindung, Führung und Vertrauen schult, geht es bei der Handarbeit gezielt um Biegung, Versammlung und Tragkraft. Sie ist Vorstufe und Ergänzung zum Reiten und stammt aus der klassischen Reitkunst.
Bodenarbeit zielt auf Kommunikation, Vertrauen und Grundgehorsam — der Mensch steht meist gegenüber oder seitlich. Handarbeit ist die feinere, weiter spezialisierte Form: der Mensch geht an der Schulter mit, das Pferd lernt klassische Lektionen wie Schulterherein, Travers oder Versammlung. Handarbeit setzt saubere Bodenarbeit voraus.
Beim Longieren bewegt sich das Pferd auf dem Zirkel, der Mensch bleibt in der Mitte. Bei der Handarbeit geht der Mensch direkt mit, auf der Geraden oder in jeder Hufschlagfigur. Handarbeit ist deutlich präziser — sie ersetzt das Longieren nicht, sondern ergänzt es um Lektionen, die auf der Kreislinie nicht sauber gehen.
Beides geht. Der Kappzaum (vor allem die klassische serreta oder ein gut gepolsterter Cavesson) wirkt auf den Nasenrücken und gilt als pferdeschonender, weil das Maul frei bleibt. Trense erlaubt feinere Hilfen, setzt aber eine geübte Hand voraus. Für Anfänger:innen ist der Kappzaum oft die bessere Wahl.
Korrektes Führen mit klaren Übergängen Schritt — Halt — Schritt, dann Schenkelweichen an der Hand und Rückwärtsrichten. Diese drei Übungen reichen für die ersten Wochen. Erst wenn sie sauber gehen, kommt Schulterherein dazu. Wer zu früh zu viel will, baut sich Konflikte ein.
15 bis 25 Minuten konzentrierte Arbeit reichen — danach wird die Aufmerksamkeit des Pferdes (und meist auch unsere) flach. Lieber kürzer und gut als länger und mit Frust. Zwei bis drei Einheiten pro Woche sind eine sinnvolle Dosis, wenn du auch unter dem Sattel oder im Gelände unterwegs bist.
Klassische Handarbeit kommt aus der barocken Reitkunst (Wiener Hofreitschule, École de Versailles) und schult Pferde zur Hohen Schule vom Boden aus — Schulterherein, Travers, später Piaffe und Passage. Heute wird der Begriff weiter gefasst und steht für jede gymnastizierende Arbeit vom Boden aus, die klassische Lektionen vorbereitet.
Die ersten Schritte (Führen, Übergänge, Schenkelweichen) ja — mit Geduld und ehrlicher Selbstbeobachtung. Spätestens beim Schulterherein lohnt sich ein erfahrenes Augenpaar von außen. Video aufnehmen hilft enorm: viele Schiefen sieht man erst beim Zurückschauen, nicht im Moment.
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